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Zeit zu reagieren - Gastbeitrag des UN-Generalsekretärs Ban Ki-moon zur "Flüchtlingskrise"

"Wir wollen nicht in einer Welt mit Kriegen aufwachsen. Sogar diejenigen, die 'gewinnen', werden am Ende leiden." Dieser traurige, aber wahren Satz ist Teil eines Gedichts, das Kinder in der Gemeinde des Sant'Egidio-Tenda-di-Abramo-Zentrums in Rom UN-Generalsekretär Ban Ki-moon auf seine Reise durch Europas Flüchtlingsunterkünfte mitgeben. 

Der Generalsekretär selbst verfasste nun einen sehr persönlichen und emotionalen Gastbeitrag in der Süddeutschen Zeitung vom 11.11.15, in dem er auch von seinen eigenen Fluchterfahrungen berichtet.

Politik und Gesellschaft müssten mehr Mitgefühl für die Situation der Flüchtlinge aufbringen, schließlich gibt es auch in der Europäischen Geschichte genug Fluchterfahrung, so stellt er heraus: "Wie Millionen Europäer und andere, die nach Ende des Zweiten Weltkriegs ihr Leben neu beginnen mussten, wollen die heutigen Flüchtlinge das, was alle Menschen wollen: Sicherheit, Stabilität und eine bessere Zukunft für ihre Familien." 

Ban kristisiert vor allem die aufkeimede Fremdenfeindlichkeit in einigen europäischen Ländern und fordert eine klare Haltung der Politik. Er sei "tief besorgt über Politiker", die das Leid der Flüchtlinge ausnützten, Fremdenfeindlichkeit schürten und Hassreden versprühten, so Ban. 

Es sei nun Zeit "für die internationale Gemeinschaft, eine weltweite Reaktion auf die riesigen Bevölkerungsströme zu entwickeln", so der UN-Generalsekretär weiter.

"Ich fordere europäische aber auch andere Politiker auf, eine kollektive Antwort zu geben, die diese Werte reflektiert und die Würde des Menschen auf der Flucht vor Konflikten und Armut respektiert. Das Schließen der Grenzen, die Kriminalisierung und Inhaftierung der Flüchtlinge werden keine Probleme lösen. Stattdessen sollten die Länder sichere und legale Wege für Migranten und Flüchtlinge bieten. Mehr Optionen zur Umsiedlung, bessere lokale Integration und stärkere Investitionen in unterfinanzierte Hilfsoperationen sollten bereitgestellt werden".

 

Den gesamten Beitrag finden Sie hier.

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