Hochwertige Bildung (SDG 4)

"Weltklasse! An die Stifte, fertig, los!"

(Bild: Globale Bildungskampagne)

Welche Chancen ein Kind im späteren Leben haben wird, bestimmt sich oft schon in den ersten Lebensjahren. Deshalb ist die Förderung der frühkindlichen Bildung eines der sechs Hauptziele der Globalen Bildungskampagne. Die Kampagne setzt sich insbesondere für benachteiligte Kinder ein: Kinder in armen Familien, in armen Ländern, in ländlichen Regionen – und ganz besonders Mädchen, die in vielen Teilen der Welt im Vergleich zu Jungen noch immer die schlechteren Startchancen haben.

In ihren Aktionswochen vom 22.4. bis 10.6.2012 ruft die Globale Bildungskampagne Schul- und Kita-Kinder dazu auf, Bilder zu malen oder zu gestalten, die zeigen, was eine gute frühkindliche Bildung für sie bedeutet und was dafür nötig ist. Unter dem Motto "Weltklasse! An die Stifte, fertig, los!" will das deutsche Bündnis von zehn Nichtregierungsorganisationen und Bildungsgewerkschaften (darunter das Kinderhilfswerk UNICEF, Oxfam, die Kindernothilfe, die Welthungerhilfe u.a.) die Bundesregierung auffordern, frühkindliche Bildung in armen Ländern stärker zu unterstützen. Je mehr Bilder bei der Aktion zusammenkommen, desto größer werde der öffentliche Druck auf die Politikerinnen und Politiker, hoffen die Organisatoren.

Weltweit sind rund 200 Millionen Kinder unter fünf Jahren von guter Erziehung und frühkindlicher Förderung ausgeschlossen. Doch die globale Bildungsmisere der Jüngsten spielt kaum eine Rolle in der Politik, beklagt Sandra Dworack, Sprecherin der Globalen Bildungskampagne Deutschland. Die Bundesregierung müsse das von ihr und 163 anderen Regierungen auf dem Weltbildungsforum in Dakar im Jahr 2000 gegebene Versprechen "Bildung für alle" einhalten und wesentlich mehr in Entwicklungszusammenarbeit für Bildung investieren, fordert die Bildungskampagne.

In der Vorschule bekommen diese Kinder in einem südafrikanischen Township nicht nur eine gute frühkindliche Erziehung, sondern auch regelmäßige Mahlzeiten. (Foto: Christina Kamp)

"Bildung für alle" lohnt sich

Dass "Bildung für alle" – auch für die Kleinsten – sich lohnt, zeigen die Erfahrungen: Kinder, die von guten Vorschulprogrammen profitieren, haben später weniger Probleme in der Schule, schneiden besser ab und haben bessere Aussichten auf eine gut bezahlte Arbeit. Wird frühkindliche Bildung jedoch vernachlässigt, hat das nicht nur Folgen für die Kinder, sondern für die gesamte Gesellschaft. "Das wirkt sich langfristig negativ auf die wirtschaftliche Entwicklung eines Landes aus", so Dworack.

Die Organisation der Vereinten Nationen für Erziehung, Wissenschaft und Kultur (UNESCO) versteht unter frühkindlicher Förderung und Erziehung "alle Maßnahmen innerhalb eines formalen oder non-formalen Rahmens, die die kognitive, soziale, körperliche oder emotionale Entwicklung eines Kindes von der Geburt bis zum Beginn der Grundschule unterstützen". Daher sollen Programme für frühkindliche Bildung neben den Bildungs- und Erziehungsaspekten auch die Ernährungs- und Gesundheitssituation der Kinder einbeziehen. Von Schulmahlzeiten und ärztlichen Untersuchungen in Kindergärten profitieren vor allem Kinder aus armen Familien, die sonst kaum ausreichend zu essen bekommen und keinen Zugang zu einer angemessenen Gesundheitsfürsorge haben.

Fortschritte im Bildungsbereich sind möglich: In den vergangenen acht Jahren wurden 40 Millionen Kinder mehr eingeschult, insbesondere nachdem in vielen Ländern die Schulgebühren abgeschafft wurden. Auch die Kluft zwischen Jungen und Mädchen schließt sich langsam. Wenn jedoch keine deutlich größeren Anstrengungen unternommen werden, wird das Ziel "Bildung für alle" auch in den nächsten 100 Jahren nicht erreicht werden – geschweige denn bis 2015, dem Jahr, bis zu dem die Millenniums-Entwicklungsziele erreicht werden sollten.

Weitere Informationen:

Aktions- und Unterrichtsmaterialien können unter www.bildungskampagne.org bestellt oder heruntergeladen werden.

Broschüre zu den Aktionswochen

Globale Bildungskampagne "Global Campaign for Education"

Christina Kamp