UN-Aktuell Millenniums-Entwicklungsziele

Veröffentlichung des Millenniums-Entwicklungsziele-Berichts 2014

Cover neu

Cover des neuen Millenniums-Entwicklungsziele-Berichts 2014.

 

Berlin, 9. Juli 2014: Anlass zu Optimismus, aber kein Grund zum Freudentaumel: 18 Monate vor dem Zieldatum zur Erreichung der Millenniums-Entwicklungsziele (MDGs) fällt die Bilanz, wie zu erwarten, gemischt aus. Während im Kampf gegen Kindersterblichkeit und Krankheiten wie Malaria, Tuberkulose und HIV/Aids Fortschritte erzielt wurden, gibt es besonders beim Schutz von Müttern und Kindern sowie dem Zugang zu Sanitäreinrichtungen noch viel zu tun. Das ist im Wesentlichen das Ergebnis des diesjährigen und letzten Zwischenstandsberichts zur Umsetzung der MDGs, der am Montag, den 7. Juli 2014, zeitgleich in New York und Berlin vorgestellt wurde.

„MDGs retten Leben“

Etliche Ziele seien bereits erreicht worden, so Richard Dictus, Exekutivkoordinator des UN-Freiwilligenprogramms, bei der Vorstellung des Berichts 2014 in Berlin. Bei weiteren Zielen sei die Umsetzung bis Ende 2015 nach UN-Angaben noch möglich. So sei die Müttersterblichkeit seit 1990 um 45 Prozent gesunken und die Wahrscheinlichkeit, dass ein Kind vor dem fünften Lebensjahr stirbt, sei in den letzten 20 Jahren halbiert worden. „Wir retten jeden Tag 17.000 Kinder“, verkündete Dictus. Durch eine bessere Malaria-Bekämpfung seien 3,3 Millionen Menschenleben gerettet worden; Therapien für Menschen mit HIV-Infektion hätten sogar 6,6 Millionen Menschen vor dem Ausbruch der Krankheit bewahrt. 2,3 Milliarden Menschen hätten seit dem Jahr1990 Zugang zu sauberem Trinkwasser bekommen und 90 Prozent der Kinder in Entwicklungsländern würden eine Grundschule besuchen. Diese Zahlen stimmten optimistisch, aber trotz deutlicher Fortschritte bleibe viel zu tun, mahnte Dictus.

Portrait bei Pressekonferenz zu MDG 2014
Richard Dictus, UN Volunteers, Arne Molfenter, UNRIC, (v. links) stellen den Millenniums-Entwicklungsziele-Bericht 2014 vor. (© Weber)

Eine Milliarde Menschen ohne Toiletten

Besonders Frauen und Kinder in Entwicklungsländern seien laut den Vereinten Nationen auf bessere Hilfe angewiesen. Fast 300.000 Frauen seien im vergangenen Jahr während Schwangerschaft oder Geburt gestorben, rund 162 Millionen Kinder litten an chronischer Unterernährung. Ein weiteres Problem, vor allem in bevölkerungsreichen Ländern, sei der Zugang zu Sanitäreinrichtungen. Einer Milliarde Menschen stünden keine Toiletten zur Verfügung. Es gelte, jetzt alle Kräfte zu mobilisieren, um alle Ziele bis 2015 zu erreichen. „Es kommt auf den politischen Willen an, die Ziele umzusetzen“, betonte Dictus. „Wir brauchen globale Solidarität.“

MDGs als Grundlage einer neuen Entwicklungsagenda

Trotz großer Anstrengungen werden laut Bericht 2014 wohl nicht alle Ziele bis 2015 erreicht werden können. Die UN-Mitgliedstaaten diskutieren derzeit über sogenannte nachhaltige Entwicklungsziele (Sustainable Development Goals, SDGs) als Grundlage einer globalen Post-2015-Entwicklungsagenda. „Wir werden auf dem aufbauen, was wir gelernt haben, um eine bessere Welt für alle zu erreichen“, sagte Dictus. Dabei sollen vor allem junge Menschen stärker eingebunden werden.

Den deutschen Bericht 2014 sowie die anderen jährlichen Berichte seit 2007  finden Sie auf der Webseite "Menschliche Entwicklung stärken".Berichte & Studien

Den Orginalbericht in englischer Sprache finden Sie auf der Webseite des Entwicklungsprogramms der Vereinten Nationen (UNDP).

Weitere Informationen zum Millenniums-Entwicklungsziele-Bericht 2014 finden Sie auf Infirmationszentrum der Vereinten Nationen sowie auf der Webseite des United Nations News Centres.

 

Tjalke Weber

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