Bildung

Katastrophenvorsorge beginnt in der Schule

Wenn extreme Wetterereignisse in armen Ländern große Schäden anrichten, ist der Bildungssektor besonders gefährdet. Es entstehen hohe Kosten für den Wiederaufbau zerstörter Infrastruktur, die knappe Bildungshaushalte belasten. Unterbrechungen des Schulbetriebs beeinträchtigen den Lernerfolg. Verlieren die Menschen durch klimabedingte Katastrophen ihr Hab und Gut und ihre Lebensgrundlage, sind sie unter Umständen nicht mehr in der Lage, ihre Kinder zur Schule zu schicken. Mädchen sind davon meist überproportional betroffen.

In Bangladesch zeigen sich die Auswirkungen des Klimawandels für die Bildungsinfrastruktur besonders deutlich. Wirbelstürme und Überflutungen haben Schulen zerstört, Transportsysteme in Mitleidenschaft gezogen und den Schulbetrieb unterbrochen. Lehrer und Kinder erkranken häufiger an Malaria, Dengue-Fieber und durch Wasser übertragenen Infektionskrankheiten.

Auch die Malediven sind eines der Länder, die für die Folgen des Klimawandels besonders anfällig sind. Über 80 Prozent der Landfläche liegen weniger als einen Meter über dem Meeresspiegel. Die Küstenerosion wird negativen Auswirkungen auf die gesellschaftliche und wirtschaftliche Entwicklung der Inselgruppe haben. Die meisten wirtschaftlichen Aktivitäten sind vom Ökosystem der Küstengebiete abhängig. Siedlungen, wichtige Wirtschaftsbereiche wie die Fischerei und der Tourismus sowie die Infrastruktur konzentrieren sich auf die Küstenbereiche. Steigt der Meeresspiegel um einen Meter, werden dadurch auch eine große Anzahl der Schulen zerstört. Der Tsunami von 2004 hat gezeigt, welche verheerenden Auswirkungen Katastrophen auf den Bildungsbereich haben können. Für 18 Monate war der Schulbetrieb unterbrochen. Millionen Euro waren nötig, um Schulen wieder aufzubauen und Lehrmaterialien zur Verfügung zu stellen.

Nach einer Studie von P.K. Das für "UKaid" gehören zu den Anpassungsmaßnahmen im Bildungsbereich nicht nur katastrophensicherere Schulgebäude, sondern auch Angebote für lebenslanges Lernen und sowie die Nutzung von Informations- und Kommunikationstechnologien. Denn der Bildungsbereich ist durch den Klimawandel nicht nur besonders gefährdet, er bietet auch wichtige Lösungsansätze. In den Schulen kann das Bewusstsein von Lehrern und Kindern – und damit auch ihren Familien – für die Risiken des Klimawandels geschärft werden.

Weitere Informationen: P.K. Das: Climate Change and Education. Maldives. Hg. UKaid, März 2010.

(Christina Kamp)

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