Menschenrechte & Entwicklung

9. August: Internationaler Tag der indigenen Völker

Indigene Völker in Indien: Die Ladakhi sind Teil der ethnischen Bevölkerung Tibets. UN-Photo/Photoksar, India

Der diesjährige internationale Tag der indigenen Völker am 9. August lenkt die Aufmerksamkeit auf die Bedeutung indigener Medien. Dokumentationen, Gemeinschaftsradios oder soziale Medien können dazu beitragen, Vorurteile gegenüber indigenen Völkern aufzubrechen, ihre Identität zu stärken, politische Prozesse zu beeinflussen und Menschenrechte zu schützen.

"Indigene Stimmen erzählen fesselnde Geschichten über ihren Kampf gegen jahrhunderte lange Ungerechtigkeiten und Diskriminierung und ihren Einsatz für die Ressourcen und Rechte, die ihre Kulturen, ihre Sprachen, ihre Spiritualität und ihre Traditionen erhalten", so UN-Generalsekretär Ban Ki-Moon. Sie böten eine alternative Sichtweise im Gegensatz zu Entwicklungsmodellen, die indigene Erfahrungen ausklammern. Sie förderten gegenseitigen Respekt und interkulturelles Verständnis – Voraussetzungen für eine Gesellschaft ohne Armut und Vorurteile.

Landraub bedroht Millionen Ureinwohner

Indigene Völker nutzen Medien wie das Fernsehen, Zeitungen oder das Internet, um die internationale Aufmerksamkeit auf Menschenrechtsverletzungen zu lenken und globale Solidarität zu fördern. Dazu gehört der zunehmende Landraub. "Die große Nachfrage von Investoren nach fruchtbarem Ackerland hat dazu geführt, dass indigene Völker in den vergangenen zehn Jahren viele Millionen Hektar Land

Mit modernen Informations- und Kommunikationstechnologien haben indigene Dorfgemeinschaften mehr Kontakt zur Außenwelt und können ihre Rechte besser schützen und einfordern. (Foto: CK)

verloren haben", beklagt die Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV). Vor allem der Palmöl-Boom habe tödliche Folgen für indigene Völker, weil er systematisch den Landraub schüre und die wirtschaftliche und kulturelle Existenz von Ureinwohner-Gemeinschaften zerstöre. Wie dramatisch die Lage zum Beispiel in den südostasiatischen Staaten Indonesien, Malaysia, Philippinen und Kambodscha ist, hat die GfbV in einem neuen Menschenrechtsreport dokumentiert.

UN-Veranstaltung zu indigenen Medien

Die Vereinten Nationen begehen den Tag der indigenen Völker ab 14.30 Uhr Ortszeit mit einer Veranstaltung am UN-Hauptsitz in New York, die auch im Internet übertragen wird. Dort kommen am 9. August in Präsentationen, Videos und Diskussionen Vertreterinnen und Vertreter indigener Medien zu Wort. Auf dem Programm steht auch der Film "Voces de los Tiempos" ("Voices through time”, spanisch mit englischen Untertiteln). Er wurde vom Centro de Culturas Indígenas del Perú (Chirapaq) erstellt und dokumentiert, wie indigene Frauen, Männer und Jugendliche Kommunikationstechnologien nutzen, um Netzwerke aufzubauen und ihren Kulturen, Forderungen und Aspirationen Geltung zu verschaffen.

Weitere Informationen:

"Indigenous Media, Empowering Indigenous Voices". Programm der UN-Veranstaltung zum internationalen Tag der indigenen Völker am 9. August 2012 in New York

Landraub bedroht indigene Völker. Menschenrechtsreport Nr. 67 der Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV)

DGVN-Themenschwerpunkt Indigene Völker

Christina Kamp

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