Frauen & Kinder

Geschlechtergerechtigkeit – ein zentrales Entwicklungsziel

Im aktuellen Weltentwicklungsbericht "Gender Equality and Development" erkennt die Weltbank die Gleichstellung der Geschlechter als eigenständiges zentrales Entwicklungsziel an. Gleichzeitig betont der Bericht die positiven Wirkungen von mehr Geschlechtergerechtigkeit auf die Produktivität und die Entwicklung sowie repräsentativere Institutionen.

Der Bericht zeigt, dass es durchaus Fortschritte bei der Gleichberechtigung in unterschiedlichen Bereichen gibt. So hat sich bei der Grundschulbildung die Kluft zwischen Mädchen und Jungen in den meisten Ländern verringert. Doch es bestehen noch viele Herausforderungen. Die Sterblichkeit bei Mädchen ist höher als bei Jungen. Frauen haben nur unterdurchschnittlichen Zugang zum Arbeitsmarkt und sind überdurchschnittlich im Niedriglohnsektor beschäftigt. Sie verfügen oft nicht über Grund und Boden oder finanzielle Ressourcen. Die Mitwirkung von Frauen an gesellschaftlichen Entscheidungsprozessen ist gering, ebenso wie die Anzahl von Frauen in Management- oder Führungspositionen.

In dem Bericht werden vier Schwerpunktbereiche für eine zukunftsgerichtete Politik identifiziert. Die höhere Sterblichkeit von Frauen und Mädchen muss verringert und die noch bestehende Kluft im Bildungsbereich geschlossen werden. Die wirtschaftlichen Chancen von Frauen müssen verbessert werden, ebenso wie ihre Mitsprachemöglichkeiten im Haushalt und in der Gesellschaft. Geschlechterungleichheiten dürfen sich nicht über Generationen hinweg fortsetzen.

In einer Analyse des Berichts stellt das Deutsche Institut für Entwicklungspolitik (DIE) heraus, dass die Weltbank an zentrale Erkenntnisse aus der internationalen Frauenbewegung anknüpft. Sie erkenne erstmals die Bedeutung kollektiver Aushandlungsprozesse und kollektiver Handlungsmacht für Empowerment-Prozesse zur Veränderung bestehender Gesellschaftshierarchien und Diskriminierungsmuster an. Die konzeptionelle Neuerung stehe jedoch im Gegensatz zum operationalen Geschäft. Die Programme der Weltbank seien trotz einiger Bemühungen weiterhin nur ungenügend gendersensibel ausgerichtet.

Weitere Informationen:

Download: World Development Report 2012. Gender Equality and Development

Herrfahrdt-Pähle, Elke/Birte Rodenberg (2012): Der Weltentwicklungsbericht 2012 “Gender equality and development”: konzeptioneller Wendepunkt bei gleichbleibender Praxis?

Christina Kamp

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