UN-Aktuell Was tun

2,5 Milliarden Menschen ohne Klo

Der „Welttoilettentag 2013“ soll ins Bewusstsein rufen, wie weit die Welt noch davon entfernt ist, dass alle Menschen ohne gesundheitliche Risiken zur Toilette gehen können.

2013 wird der „World Toilet Day“ erstmals von den Vereinten Nationen offiziell als internationaler Tag anerkannt. In seiner Botschaft mahnt UN-Generalsekretär Ban Ki-moon, dass die Weltgemeinschaft weit von dem Millennium-Entwicklungsziel entfernt sei, bis 2015 den Anteil der Menschen zu halbieren, die keinen adäquaten Zugang zu sanitären Anlagen haben. Es sei zudem essentiell, dass das Thema Sanitäreinrichtungen einen zentralen Platz in der neuen Generation von Entwicklungszielen nach 2015 bekomme. „Wir müssen Tabus brechen und Sanitäreinrichtungen für alle zu einer globalen Entwicklungspriorität machen“, fordert Ban.

Am 19. November 2013 soll mit dem Welttoilettentag daran erinnert werden, dass immer noch 2,5 Milliarden Menschen ohne eine gesundheitlich unbedenkliche sanitäre Versorgung auskommen müssen. Entweder können sie nur Toiletten benutzen, die ihre Gesundheit gefährden, oder sie müssen ihre Notdurft im Freien verrichten. Gefährliche Krankheiten, die von unhygienischen Toiletten ausgehen, beeinträchtigen die Lebensqualität von Millionen Menschen weltweit; besonders Kinder sind davon betroffen. Deshalb hat die „World Toilet Organization“, eine internationale Nichtregierungsorganisation mit Sitz in Singapur, 2001 den 19. November zum jährlichen „Welttoilettentag“ erklärt. Das „anrüchige“ Thema der sanitären Versorgung soll endlich einen prominenten Platz auf der entwicklungspolitischen Prioritätenliste und in der nationalen Entwicklungspolitik erhalten. Der „Welttoilettentag“ findet bisher nicht die gleiche Beachtung wie der „Weltwassertag“ am 22. März jeden Jahres.

Eine Petition fordert von den politischen Führern in aller Welt, die Versprechen zur Verbesserung der Wasser- und Sanitärversorgung einzuhalten.

Mit der Petition „Keep Your Promises“ werden die politischen Führer der Welt aufgefordert, ihre Versprechen für das Erreichen der Millenniums-Entwicklungsziele einzuhalten, also auch den Anteil der Menschen ohne eine Wasser- und Abwasserversorgung bis 2015 im Vergleich zu 1990 zu halbieren. In der Petition wird festgestellt: „Wasser und sanitäre Versorgung sind Menschenrechte und essentiell für alle anderen Entwicklungsbereiche wie Gesundheit und Bildung. Sie sollten Priorität haben.“

Patrick Moss

 

UN-Resolution zum Welttoilettentag

Link zur German Toilet Organization

Siehe auch Internationales Jahr der Wasserkooperation 2013

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