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Deutsche Gesellschaft für die Vereinten Nationen e.V.

Informationsdienst Bevölkerung & Entwicklung 3/2013

 

Inhalt

Sehr geehrte Damen und Herren,

reiche Ernte, übergewichtige Menschen und leere Teller - das ist zusammengefasst die Botschaft der Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (FAO) zum diesjährigen Welternährungstag. Über 800 Millionen hungern, und obwohl genug Lebensmittel für alle da sind, gelingt es bisher nicht, alle Menschen zu ernähren.

Es gibt auch Fortschritte, wie die FAO betont, vor allem in Lateinamerika, Vietnam und Thailand. Aber den Hunger nachhaltig zu bekämpfen, bleibt eine der größten Herausforderungen der Menschheit. Gewarnt wird insbesondere vor gefährlichen Trends, wie der Ausbau der Agrarenergie in Europa oder der massive Anbau von Futtermitteln (Soja) in Südamerika für die industrialisierte Fleischproduktion. Dort gehen riesige Acker-, Weide- und Waldflächen verloren für den klimaschädlichen Anbau von Futter- und Energiepflanzen in Monokulturen. Gebraucht werden nachhaltige Ernährungssysteme: Ressourcen, wie Wasser, Energie, Land, Arbeitskraft und Düngemittel, müssen viel effizienter genutzt werden. So ruft die FAO jeden dazu auf – ob Konsument oder Entscheidungsträger – Einfluss zu nehmen, um das System nachhaltig umzuwandeln.

Das Thema nachhaltige Landwirtschaft und Ernährung, lange vernachlässigt, ist brisant und kommt zunehmend international auf die Tagesordnung. Die DGVN hat aktuell dazu eine Ausgabe der Eine-Welt-Presse vorgelegt.   

Wir wünschen eine anregende Lektüre,

Ihre Online-Redaktion

 
 

Nachrichten

Bild: FAO

Zu viele Fette

16. Oktober: Welternährungstag / Hunger und falsche Ernährung weltweit

Fast 870 Millionen Menschen weltweit sind chronisch unterernährt, etwa 1,4 Milliarden dagegen übergewichtig – so die aktuellen Zahlen der Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (FAO) anlässlich des Welternährungstages am 16. Oktober. Angesichts positiver Gesamttrends sei das Millenniums-Entwicklungsziel (MEZ), den Anteil der Hungernden in der Welt zu halbieren, im Durchschnitt der Entwicklungsländer noch erreichbar, meint die FAO. Nichtregierungsorganisationen dagegen mahnen bei der Bewertung der Erfolge in der Hungerbekämpfung zur Vorsicht.

Fleischtheke

Bild: FAO

Fotostrecke: Gesunde Menschen durch nachhaltige Ernährungssysteme

Zum diesjährigen Welternährungstag fordert die FAO ein nachhaltiges Ernährungssystem. Die Bilderstrecke informiert, was das ist.  

 
 

Bild: UNCTAD

Für eine klimafreundliche Landwirtschaft

UNCTAD-Bericht fordert Unterstützung kleinbäuerlicher ökologischer Anbaumethoden

Grundlegende Veränderungen in der Landwirtschaft könnten eine der größten Herausforderungen im 21. Jahrhundert sein – auch für die internationale Sicherheit. Die Welt brauche einen Paradigmenwechsel: weg von der "grünen Revolution", hin zu einer ökologischen und klimafreundlichen Landwirtschaft. Anregungen dazu gibt der Bericht "Trade and Environment Review 2013" der Konferenz der Vereinten Nationen für Handel und Entwicklung (UNCTAD).

 
 

UN Foto: Paulo Filgueiras

Wassergipfel in Budapest

"Schon 2030 könnten 50 Prozent der Weltbevölkerung unter Wassermangel leiden"

Die Nachfrage nach sauberem Trinkwasser wird in den kommenden 15 Jahren weiter stark steigen. Ändert sich nichts, wird das noch zur Verfügung stehende Wasser nur 60 Prozent des weltweiten Bedarfs decken können. Ban Ki-moons einleitende Kernbotschaft wurde von vielen Teilnehmern des Wassergipfels vom 8. bis 11. Oktober in Budapest eindeutige Warnung interpretiert. Mehr als 1.500 Teilnehmer diskutierten in Budapest drängende Fragen rund um das Thema Wasser.

 
 

Logo der Weltklimakonferenz in Windhuk

Große Defizite bei Wüstenbekämpfung

UN-Konferenz beschließt Initiativen

Die Ausbreitung der Wüsten und die Verschlechterung der Bodenqualität landwirtschaftlicher Flächen schreiten in vielen Ländern rasch voran. Dagegen engagieren sich viele lokale Initiativen mit beträchtlichem Erfolg, aber die internationale Vernetzung und Zusammenarbeit muss verbessert werden. Die UN-Konferenz zur Bekämpfung der Wüstenbildung in Windhuk wollte dies erreichen.

 
 

Foto; DGVN

Lampedusa: "Diese Toten hätten vermieden werden können"

Kommentar des DGVN-Vorsitzenden Detlef Dzembritzki

Schon im Jahr 2003 prangerte der damalige UN-Generalsekretär Kofi Annan die unerträglichen Zustände an den europäischen Grenzen an. Heute, zehn Jahre später, zeigt sich diese Menschenrechtskrise mit aller Grausamkeit. Die jüngste Tragödie von Lampedusa muss auch für die deutsche Haltung Folgen haben. Die Bundesregierung ist deshalb aufgefordert, ihre eigene Zuwanderungs-, Flüchtlings- und Asylpolitik auf den Prüfstand zu stellen. Sollte der amtierenden Regierung die Kraft dazu fehlen, muss schon in den Koalitionsverhandlungen eine Veränderung der bisherigen Politik vereinbart werden.

 
 

Foto: Eva-Lotta Jansson/IRIN

" ... um allen ein Leben in Würde zu ermöglichen"

UN-Generalversammlung berät über nachhaltige Entwicklungsziele

Von 2015 an sollen nachhaltige Entwicklungsziele verwirklicht werden. Die General­versammlung der Vereinten Nationen bot nun eine Gelegenheit für Politiker aus aller Welt, ihre Vorstellungen von möglichen Zielen vorzustellen. Die Liste der Anliegen ist lang – und dennoch soll eine kurze, pointierte Aufstellung von Zielen am Ende des Beratungsprozesses stehen.

 
 

Foto: David Gough/IRIN

"Wirtschaftlich, sozial und ökologisch" – Pfeiler einer nachhaltigen Entwicklung

Das "Hochrangige politische Forum zu nachhaltiger Entwicklung" der Vereinten Nationen tagte erstmals in New York

Proaktiv und manchmal provokant soll es sein, das neue Forum von hochrangigen Politikern, das sich regelmäßig mit Fragen der nachhaltigen Entwicklung beschäftigen wird. Inzwischen reden viele von nachhaltiger Entwicklung – und verstehen darunter sehr Unterschiedliches. Das neue Forum der Vereinten Nationen soll Wege aufzuzeigen, wie die verschiedenen Dimensionen einer nachhaltigen Entwicklung miteinander verknüpft und nicht gegeneinander ausgespielt werden können.

 
 

Bild: UN SDSN

Anleitungen zum Glücklichsein

World Happiness Report 2013

Glückliche Menschen leben länger, sind produktiver, verdienen mehr und sind bessere Bürgerinnen und Bürger. Menschliches Glück und Wohlergehen sollten um ihrer selbst willen, aber auch aufgrund dieser "Nebeneffekte" gefördert werden, heißt es im World Happiness Report 2013. Es ist der zweite Bericht dieser Art, den das von UN-Generalsekretär Ban Ki-moon auf den Weg gebrachte Netzwerk für nachhaltige Entwicklungslösungen (Sustainable Development Solutions Network - SDSN) der Vereinten Nationen herausgegeben hat. Der Bericht bietet Anleitung für politische Entscheidungsträger, wie das menschliche Wohlergehen effektiv in politischen Entscheidungsprozessen Berücksichtigung finden kann.

 
 

UN-Foto: Albert Gonzalez Farran

Korruption im Wassersektor

Die Unterschlagung von Ressourcen gefährdet die Wasserversorgung vieler Menschen

Wasser ist Leben. Dennoch bleiben derzeit ca. 1.2 Milliarden Menschen außen vor, wenn es um den Zugang zu sauberem Trinkwasser oder sanitären Anlagen geht. Dies hat verschiedenen Gründe, wie beispielsweise die allgemeine Wasserknappheit in ariden Regionen der Welt, die ökonomische Schwäche vieler Entwicklungsländer - oder die weithin verbreitete Korruption. Sie behindert die Entwicklung und reduziert die Effektivität von nationalen und internationalen Anstrengungen.

 
 

Bild: Bündnis Entwicklung Hilft

Für eine solidarische Gesundheitsfinanzierung – weltweit

Weltrisikobericht 2013

Um die Auswirkungen von Naturereignissen und Wirtschaftskrisen zu mindern, braucht es eine internationale Solidarfinanzierung des Gesundheitswesens. Dafür plädiert der neue Weltrisikobericht, den das Bündnis Entwicklung Hilft in Kooperation mit der Universität der Vereinten Nationen und der Universität Bonn am 4. September 2013 in Bonn vorgestellt hat. Denn die Gesundheitschancen sind weltweit höchst ungleich verteilt, und damit auch die Verwundbarkeit gegenüber Naturgefahren.

 
 

Foto: Monique Lehmann/DGVN

Deutschlands Beitrag in UN-Friedensmissionen

DGVN-Fachtagung: 40 Jahre Deutschland in den Vereinten Nationen

Deutschland stellt nur einen verschwindend geringen Anteil der knapp 118.000 Friedenskräfte in den 16 Friedenseinsätzen der Vereinten Nationen, ist zugleich aber der viertgrößte Beitragszahler. Ist das bestehende globale Ungleichgewicht in UN-Friedensmissionen hinnehmbar? Wie kann Deutschland einen stärkeren Beitrag leisten? Dazu diskutierten Experten im Rahmen einer DGVN-Fachtagung anlässlich der 40-jährigen deutschen UN-Mitgliedschaft am 19. September 2013 in Berlin. Im Zentrum der Podiumsdiskussion stand die Frage, ob und wie Deutschland 23 Jahre nach der Wiedervereinigung angesichts seiner gewachsenen internationalen Verantwortung eine Führungsrolle in der UN-Friedenssicherung einnehmen soll.

 
 

Publikationen

Titelseite Eine Welt Presse

Eine Welt Presse 1/2013

Hunger und Ernährung weltweit

Obwohl genug Lebensmittel da sind, gelingt es bisher nicht, alle Menschen zu ernähren. Derzeit möchten rund 7,2 Milliarden Menschen auf der Erde satt werden. Dies möglich zu machen, ist eine große Aufgabe, die die Menschheit bisher leider nur unvollkommen gelöst hat. Aber die Voraussetzungen, alle satt zu bekommen, sind nach wie vor gut.

 
 

Bild: DGVN

VEREINTE NATIONEN Heft 4/2013

Wien+20: Menschenrechtsschutz heute

Im Juni 1993 wurde auf einer Weltkonferenz in Wien eine wegweisende Menschenrechtsagenda beschlossen. In der Erklärung und dem Aktionsprogramm von Wien unterstrichen die Staaten unter anderem die Unteilbarkeit und Allgemeingültigkeit aller Menschenrechte, erkannten Frauenrechte als Menschenrechte an und bekräftigten den Willen, Menschenrechtsverletzer stärker zur Verantwortung zu ziehen. Die in diesem Themenheft versammelten Beiträge bewerten, was in den vergangenen 20 Jahren im UN-Menschenrechtsschutz erreicht wurde und woran es noch mangelt.

 
 

Veranstaltungen

Tag der Vereinten Nationen in Bonn

Mit einem Bürgerfest auf dem Marktplatz vor dem Alten Rathaus feiert Bonn am Samstag, den 19. Oktober 2013 den Tag der Vereinten Nationen. Das Motto lautet in diesem Jahr "8:0 für Entwicklung - Wasser verbindet". Von 11.30 bis 18 Uhr werden Informationen, Aktionen zum Mitmachen und ein Bühnenprogramm für die ganze Familie angeboten. Bereits am Vorabend um 18 Uhr findet das Bonner UNO-Gespräch im Haus der Geschichte statt. Die DGVN lädt ein und ist auch mit einem Informationstand auf dem Bürgerfest vertreten.

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Impressum

Redaktion: Christina Kamp, Ulrich Keller

V.i.S.d.P.:  Dr. Beate Wagner, DGVN-Generalsekretärin


Herausgeber: Deutsche Gesellschaft für die Vereinten Nationen e.V. (DGVN)

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