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Deutsche Gesellschaft für die Vereinten Nationen e.V.

Informationsdienst Bevölkerung & Entwicklung 2/2014

 

Inhalt

Sehr geehrte Damen und Herren,

er wird Jahr für Jahr mit Spannung erwartet: der "Human Development Report" des Entwicklungsprogramms der Vereinten Nationen (UNDP), der mit seinem Länderranking zeigt, an welcher Stelle die einzelnen Länder mit ihrem jeweiligen Entwicklungsniveau aktuell stehen. In diesem Jahr misst er im neuen Index der geschlechtsspezifischen Entwicklung erstmals die Disparitäten beim Human Development Index (HDI) zwischen Männern und Frauen.

Der heute erschienene Bericht bietet einen besonders interessanten thematischen Schwerpunkt: Die Autorinnen und Autoren argumentieren, dass die Anfälligkeit von Menschen und Gesellschaften verringert und ihre Widerstandskraft gestärkt werden muss, damit Entwicklungsfortschritte auch langfristig gesichert werden können und es nicht durch Krisen und Katastrophen zu erheblichen Rückschlägen kommt. Universelle Bereitstellung von sozialen Sicherungssystemen und das Streben nach Vollbeschäftigung sind in diesem Zusammenhang wichtige Stichworte.

Der Bericht über die menschliche Entwicklung erscheint in einer wichtigen Phase, in der sich die Aufmerksamkeit auf die neue Entwicklungsagenda ab 2015 richtet. Die Frist für die Verwirklichung der Millenniums-Entwicklungsziele läuft aus und neue "Ziele für die nachhaltige Entwicklung" (Sustainable Development Goals – SDGs) sind derzeit im Entstehen. Gerade in diesen Tagen hat die offene Arbeitsgruppe, die mit der Ausarbeitung der Ziele und Zielvorgaben betraut war, ihren Vorschlag vorgelegt. Auch darüber informieren wir in dieser Ausgabe.

Ihre Online-Redaktion

 
 

Nachrichten

Cover HDR 2014

Bild: UNDP

Anfälligkeit verringern, Widerstandskraft stärken

Bericht über die menschliche Entwicklung 2014

"Vulnerabilität" und "Resilienz" sind die zentralen Begriffe des diesjährigen Berichts über die menschliche Entwicklung 2014, der heute in Tokio präsentiert wurde. Um Fortschritte bei der menschlichen Entwicklung dauerhaft zu sichern, müssen verschiedene Arten von Anfälligkeiten und Verwundbarkeiten verringert werden. Die Widerstandsfähigkeit der Gesellschaften gegenüber Schocks und Krisen muss deutlich gestärkt werden. Wie das geschehen kann, zeigt das Entwicklungsprogramm der Vereinten Nationen (UNDP) im "Human Development Report 2014" (HDR), dessen deutsche Fassung von der Deutschen Gesellschaft für die Vereinten Nationen (DGVN) herausgegeben wurde. Dabei spielt die universelle soziale Grundversorgung eine zentrale Rolle, ebenso wie wirksamere Konzepte für soziale Sicherung und Vollbeschäftigung, durch die Entwicklungsfortschritte beschleunigt und abgesichert werden sollen.

 
 

Grafik: UNDP

Menschliche Entwicklung kommt langsamer voran

Neues Länderranking beim Index der menschlichen Entwicklung (HDI)

In den vergangenen fünf Jahren ist das Niveau menschlicher Entwicklung weiter gestiegen, jedoch langsamer als zuvor. In den arabischen Staaten, in Asien und dem Pazifik sowie in Lateinamerika und der Karibik haben sich die Werte beim Index der menschlichen Entwicklung (HDI) nur noch halb so stark verbessert wie noch im Zeitraum 2000 bis 2008. Das geht aus den Statistiken im neuen Bericht über die menschliche Entwicklung 2014 hervor, der wieder das bekannte HDI-Länderranking enthält, aber auch darüber hinausgehende aktuelle Veränderungen und Entwicklungstrends aufzeigt, zum Beispiel in Bezug auf Ungleichheit, mehrdimensionale Armut, Geschlechtergerechtigkeit, Gesundheit und Bildung. 

 
 
Frauen beim Straßenbau in Nepal

Foto: Deepesh Das Shrestha, WFP

Soziale Sicherung in einem armen Land

Erfahrungen mit Kindergeld und anderen Sozialeistungen in Nepal

Nepal, eines der ärmsten Länder der Welt, hat eine Reihe von Sozialhilfe-Maßnahmen eingeführt. Dazu gehören Sozialtransfers, die Armut, Arbeitslosigkeit und soziale Ausgrenzung verringern sollen. Das Spektrum reicht von Arbeitsbeschaffung zu Sozialrente und Kindergeld. Letzteres erreicht derzeit eine halbe Million Kinder. Die Sozialhilfe wird aus Steuermitteln finanziert, Bürgerinnen und Bürger haben ein Recht darauf. Die Transfers reichen noch nicht aus, um die massive ökonomische und soziale Ungleichheit und Ungerechtigkeit im Land zu überwinden, aber sie sind ein Anfang mit beträchtlichem Potenzial.

 
 
Khalid Malik

Khalid Malik

Soziale Absicherung für alle und auf hohem Niveau

Die entwicklungspolitische Bedeutung sozialer Sicherungssysteme

"Wir müssen davon abkommen, dass arme Länder sich soziale Absicherung nicht leisten können", so Khalid Malik, Direktor des Büros für den Bericht über die menschliche Entwicklung beim Entwicklungsprogramm der Vereinten Nationen (UNDP). Soziale Absicherung hilft Armut und Unsicherheit zu verringern und trägt zum gesellschaftlichen Zusammenhalt und politischer Stabilität bei. Dies war der Tenor einer Diskussionsveranstaltung im April 2014 in Bonn, organisiert vom Deutschen Institut für Entwicklungspolitik (DIE) und der Deutschen Gesellschaft für die Vereinten Nationen (DGVN).

 
 
Csaba Körösi (links), ständiger Vertreter Ungarns, und Macharia Kamau, ständiger Vertreter der Republik Kenia bei den VN, Vorsitzende der offenen Arbeitsgruppe über die Ziele für die nachhaltige Entwicklung

Foto: UN Photo/Eskinder Debebe

Fortschritte auf dem Weg zur Post-2015-Agenda

Offene Arbeitsgruppe hat Ziele für die nachhaltige Entwicklung (SDGs) erarbeitet

Die Verhandlungen der offenen Arbeitsgruppe über die Ziele für die nachhaltige Entwicklung sind am 19. Juli zuende gegangen. Mitte Juli tagte die Gruppe in New York zum 13. Mal, um sich über die sogenannten "Sustainable Development Goals" (SDGs) abzustimmen. Das Ergebnis der Verhandlungen ist ein "Outcome Document", das 17 Ziele und 169 Zielvorgaben enthält. Dieser Zielkatalog wird der Generalversammlung der Vereinten Nationen zur weiteren Beratung im Rahmen der Entwicklungsagenda nach 2015 vorgelegt. In unserem Portal "Menschliche Entwicklung stärken" haben wir Anfang Juli den SDG-Erarbeitungsprozess näher beleuchtet. 

 
 
Cover des neuen Millenniums-Entwicklungsziele-Berichts 2014

Cover des neuen Millenniums-Entwicklungsziele-Berichts 2014

Millenniums-Entwicklungsziele-Bericht 2014

„Wir brauchen globale Solidarität.“ Gemischte Bilanz der Millenniums-Entwicklungsziele

Am Montag, den 7. Juli 2014, wurde zeitgleich in New York und Berlin der diesjährige und gleichzeitig letzte Zwischenbericht zu den Millenniums-Entwicklungszielen (MDGs) vorgestellt. Anlass zu Optimismus, aber kein Grund zum Freudentaumel: 18 Monate vor dem Zieldatum zur Erreichung der Millenniums-Entwicklungsziele (MDGs) fällt die Bilanz, wie zu erwarten, gemischt aus. Während im Kampf gegen Kindersterblichkeit und Krankheiten wie Malaria, Tuberkulose und HIV/Aids Fortschritte erzielt wurden, gibt es besonders beim Schutz von Müttern und Kindern sowie dem Zugang zu Sanitäreinrichtungen noch viel zu tun.

Bild: Sustainable Development Solutions Network/Institute for Sustainable Development and International Relations

2-Grad-Ziel ist noch erreichbar

Internationale Experten legen Bericht zu nationalen Konzepten für CO2-Reduzierungen vor

Die Verhandlungen der Politiker über ein neues internationales Klimaabkommen verlaufen zäh. Auf Initiative von UN-Generalsekretär Ban Ki-moon befassen sich Fachleute aus 15 Ländern nun damit, wie die Energieeffizienz erhöht und neue Technologien entwickelt und genutzt werden können, um die CO2-Emissionen zu vermindern. Eine zentrale Botschaft ihres aktuellen Berichts lautet: Es ist noch nicht zu spät, den Klimawandel zu begrenzen.

Oyun Sanajaasuren, die Umweltministerin der Mongolei, leitete als Präsidentin die Beratungen der UN-Umweltversammlung

Foto: UNEP

UN-Umweltprogramm festigt seine Rolle als „global player“

Erste Umweltversammlung der Vereinten Nationen in Nairobi fasst wegweisende Beschlüsse

Jedes Jahr werden mehr als 20.000 Elefanten von Wilderern getötet, um die Stoßzähne auf dem illegalen Markt für Elfenbein teuer zu verkaufen. Dies war eines der Themen, die Umweltminister und -experten aus über 160 Ländern bei der ersten UN-Umweltversammlung in Nairobi diskutierten. So vielfältig die globalen Umweltprobleme sind, so vielfältig sind erfreulicherweise auch die Initiativen zu deren Bekämpfung. Das UN-Umweltprogramm UNEP ist unverzichtbar bei der Koordination solcher Initiativen und der Unterstützung nationaler Regierungen zum Beispiel im Kampf gegen Wilderei.

 
 

Publikationen

Cover Zeitschrift Vereinte Nationen 3 2014

Zeitschrift VEREINTE NATIONEN - Heft 3/2014

Post-2015-Entwicklungsagenda: Interview mit UN-Sonderberaterin

Amina Mohammed, Sonderberaterin des UN-Generalsekretärs für die Entwicklungsplanung nach 2015, gibt im aktuellen Heft 3/2014 von VEREINTE NATIONEN Auskunft über den Stand des Verhandlungsprozesses, maßgebliche Diskussionsforen, die Einbeziehung der Wissenschaft, innovative Finanzierungsinstrumente, mögliche Rechenschaftsmechanismen und die Verantwortung der Mitgliedstaaten. Weitere Beiträge im Heft beschäftigen sich mit den Aktivitäten der UN in Bezug auf erneuerbare Energien (Sustainable Energy for All – SE4ALL), mit der EU-UN-Zusammenarbeit in der Friedenssicherung in Afrika und mit Frankreichs Afrika-Politik.  

Bericht über die menschliche Entwicklung 2014

Den menschlichen Fortschritt nachhaltig sichern: Anfälligkeit verringern, Widerstandskraft stärken

Die deutsche Übersetzung des Berichtes über die menschliche Entwicklung 2014, die von der Deutschen Gesellschaft für die Vereinten Nationen (DGVN) publiziert wird, können Sie unter folgender Adresse bestellen:

BWV - Berliner Wissenschafts-Verlag GmbH
Markgrafenstraße 12-14
10969 Berlin

Internet: www.bwv-verlag.de

 

 

 
 

Impressum

Redaktion: Christina Kamp, Steffen Stürznickel

V.i.S.d.P.:  Dr. Beate Wagner, DGVN-Generalsekretärin


Herausgeber: Deutsche Gesellschaft für die Vereinten Nationen e.V. (DGVN)

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