Kinder

UN-Plakat zum Welttoilettentag 2014
UN-Plakat zum Welttoilettentag 2014

Etwa die Hälfte der Weltbevölkerung ist jünger als 25. Es ist die größte Generation junger Menschen, die je auf diesem Planeten gelebt hat. Neben der Altersgruppe ‚Jugend’ machen Kinder unter 15 Jahren ca. 30 % der gesamten Weltbevölkerung aus. Die Lebenschancen der Kinder weltweit haben sich insgesamt verbessert, wenn auch mit großen regionalen Unterschieden. Verglichen mit 1990 sterben heute täglich durchschnittlich zehntausend Kinder weniger. Dennoch sind es nach Berechnungen des Kinderhilfswerks UNICEF immer noch jedes Jahr 8,8 Millionen Kinder, die die ersten Lebensjahre nicht überleben. Alle fünf Sekunden stirbt ein Kind. Viele dieser Todesfälle wären zu vermeiden, zum Beispiel durch sauberes Wasser, bessere Hygiene und Gesundheitsversorgung.

Bis auf die USA haben alle Staaten weltweit die UN-Kinderrechtskonvention ratifiziert. Damit haben sie sich völkerrechtlich dazu verpflichtet, für das Wohl ihrer Kinder zu sorgen. Den Charakter der Konvention prägen vier Grundprinzipien: das Recht auf Gleichbehandlung, welches festschreibt, dass die Konvention für alle Kinder weltweit und ohne Einschränkung gültig ist, das Prinzip, dass das Kindeswohl bei allen Planungen Vorrang hat, das Recht auf Leben und persönliche Entwicklung sowie die Achtung vor der Meinung und dem Willen des Kindes. Obwohl es sich bei der Kinderrechtskonvention nicht um eine moralische, sondern um eine völkerrechtliche Verpflichtung handelt und es in den letzten Jahren einige Verbesserungen gab, gibt es noch sehr viel Raum für nötige Fortschritte.

Es gibt noch viel zu tun

Denn noch immer sterben täglich 19.000 Kinder, noch bevor sie ihren fünften Geburtstag feiern konnten. Auch trotz weltweit gestiegener Einschulungsraten haben immer noch 57 Millionen Kinder im Grundschulalter keinen Platz in einer Schule. Viele, die eine Schulbildung anfangen, brechen die Schule auf Grund von ökonomischen Zwängen in der Familie ab. Rund 150 Millionen Mädchen und Jungen zwischen fünf und 14 Jahren müssen arbeiten. Ihre Familien können es sich wirtschaftlich oft nicht leisten auf die Arbeitskraft ihrer Kinder zu verzichten, um ihnen eine Schulbildung zu ermöglichen. Diese Kinder wachsen in einem Umfeld auf, das von großer sozialer Ungleichheit gekennzeichnet ist.

Hilft die UN-Kinderrechtskonvention?

Logo UN-Kinderrechtskonvention

Deutschland hat die UN-Kinderrechtskonvention zehn Jahre nach ihrer internationalen Verabschiedung am 02.04.1992 ratifiziert, jedoch weitreichende Einschränkungen der Verpflichtungen erklärt. Dadurch war die Konvention bis zur Rücknahme der Einschränkungen durch die Bundesregierung in Deutschland rechtlich nicht relevant. Seit dem 15.07.2010 gilt die UN-Kinderrechtskonvention allerdings auch in Deutschland ohne Einschränkungen. Doch werden auch in Deutschland nicht alle Kinderrechte erfüllt. Die Kinderrechtsexpertin Barbara Küppers von terre des hommes sieht die gröbsten Defizite bei der Inklusion von behinderten Kindern und der Diskriminierung von Flüchtlings- und Migrantenkindern. Auch die Belastung von Kindern durch die Schule wirkt sich demnach negativ auf das Kinderrecht auf Spiel und Freizeit aus. Um Verbesserungen zu erzielen schlägt sie vor, dass Kinderrechte im Grundgesetz verankert werden sollen. Zudem könnte ein unabhängiger Kinderbeauftragter installiert werden, bei dem sich Kinder melden und über die Missachtung ihrer Rechte beschweren können. Ein weiterer Bereich der deutschen Kinderpolitik, der immer wieder kritisiert wird, ist die Partizipation von Kindern. Partizipation von Kindern kann vor allem in Familie und Schule sowie auf kommunaler Ebene oft noch verbessert werden.