Bildung

Bildung ist heute wichtiger als je zuvor. Sie bestimmt das Wohlergehen und die Zukunftschancen von Menschen, Gemeinschaften und ganzen Ländern. Für die Armen ist Bildung der wichtigste Weg aus der Armut und hat wesentlichen Einfluss auf die Fortschritte in anderen Bereichen menschlicher Entwicklung. Doch noch immer gehen über 72 Millionen Kinder nicht zur Schule – die meisten von ihnen in armen Ländern.

Aufgrund der kritischen Bildungssituation in den meisten Entwicklungsländern veranstaltete die Organisation der Vereinten Nationen für Erziehung, Wissenschaft und Kultur (UNESCO) im März 1990 die erste Weltkonferenz zum Thema "Bildung für alle" in Jomtien in Thailand. Die dort formulierten Ziele, bis zum Jahrtausendwechsel den allgemeinen Zugang zur Primarschulbildung zu erreichen, die Qualität der Grundbildung zu verbessern und die Analphabetenrate bei Erwachsenen um etwa 50 Prozent im Vergleich zu 1990 zu verringern, wurden nicht erreicht.

Malala Yousafzai, UN Photo Rick Bajor
Malala Yousafzai ist zum Symbol des Kampfes für das Recht auf Bildung für Frauen geworden

Auf dem Weltbildungsforum im April 2000 in Dakar musste sich die internationale Gemeinschaft eingestehen, dass das Ziel "Bildung für alle" bei weitem verfehlt worden war. Es wurde ein neuer Aktionsplan verabschiedet (Dakar Framework for Action), der die in Jomtien formulierten Ziele übernahm und bis 2015 weitere fünf Jahre Zeit dafür vorsah. Diese Ziele wurden auch nochmals auf der Millenniumskonferenz im September 2000 bestätigt. Das zweite und dritte der acht Millenniumsentwicklungsziele haben sich dementsprechend auf den Bildungsbereich bezogen - aber auch beide "Bildungs-MDGs" wurden von vielen Ländern nicht erreicht. Daher spielt Bildung auch in der Agenda 2030, den neuen Zielen für nachhaltige Entwicklung, weiterhin eine große Rolle. So wird das Prinzip der Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) durch weltweite Bereitstellung einer qualitativ hochwertigen Bildung und durch die Sicherstellung eines lebenslangen Lernprozesses für alle in der neuen Nachhaltigkeits-Agenda betont.

  • Hochwertige Bildung (SDG 4) Ziele für nachhaltige Entwicklung/Agenda 2030

    Hochschulbildung für die SDGs

    © UN Photo/Rick Bajornas

    Bildung ist mehr als nur eines der globalen Ziele für nachhaltige Entwicklung (SDGs). Sie ist der Schlüssel für einen Übergang zur Nachhaltigkeit und somit essentiell für die Erreichung einer Vielzahl der 17 Ziele globaler Entwicklung. In Anbetracht der großen Veränderungsprozesse, die im Rahmen der SDGs auf den globalen Norden wie den globalen Süden zukommen, ist es höchste Zeit, Probleme im höheren Bildungssystem zu identifizieren und durch gemeinsame Lösungsansätze zu ihrer Überwindung beizutragen. In der Aktuellen Kolumne des Deutschen Instituts für Entwicklungspolitik erklärt Andreas Stamm, wo die großen Herausforderungen liegen und was internationale Zusammenarbeit jetzt tun kann, um das gemeinsame praxisorientierte Lernen von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern aus unterschiedlichen Ländern zu fördern.

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  • Ziele für nachhaltige Entwicklung/Post-2015 UN-Aktuell Ziele für nachhaltige Entwicklung/Agenda 2030 Hochwertige Bildung (SDG 4)

    Das Wissenszentrum für Nachhaltige Entwicklung in Bonn eröffnet

    Michael Sondermann/Bundesstadt Bonn

    Mit dem Ziel die Umsetzung der 2030 Agenda für Nachhaltige Entwicklung zu unterstützen, hat das Wissenszentrum für Nachhaltige Entwicklung der Fortbildungsakademie des Systems der Vereinten Nationen seine Arbeit im historischen Haus Carstanjen zu Beginn des Jahres aufgenommen.

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  • Hochwertige Bildung (SDG 4)

    "Weltklasse! An die Stifte, fertig, los!"

    Welche Chancen ein Kind im späteren Leben haben wird, bestimmt sich oft schon in den ersten Lebensjahren. Deshalb ist die Förderung der frühkindlichen Bildung eines der sechs Hauptziele der Globalen Bildungskampagne. In ihren Aktionswochen vom 22.4. bis 10.6.2012 ruft die Kampagne Schul- und Kita-Kinder dazu auf, Bilder zu malen, die zeigen, was Bildung für sie bedeutet. Damit wollen die Nichtregierungsorganisationen die Bundesregierung auffordern, in der Entwicklungszusammenarbeit die frühkindliche Bildung stärker zu unterstützen.

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  • Hochwertige Bildung (SDG 4)

    Katastrophenvorsorge beginnt in der Schule

    Wenn extreme Wetterereignisse in armen Ländern große Schäden anrichten, ist der Bildungssektor besonders gefährdet. Es entstehen hohe Kosten für den Wiederaufbau zerstörter Infrastruktur, Unterbrechungen des Schulbetriebs beeinträchtigen den Lernerfolg. Doch der Bildungsbereich ist durch den Klimawandel nicht nur besonders gefährdet, er bietet auch wichtige Lösungsansätze.

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  • Bevölkerung Veranstaltungsbericht Hochwertige Bildung (SDG 4)

    Bevölkerungsentwicklung verschärft Armut in Afrika

    Die Bevölkerung Afrikas hat unlängst die Schwelle von einer Milliarde Menschen überschritten. Die Herausforderungen, vor denen Afrika heute und in Zukunft steht, diskutierten Expertinnen und Experten auf einer Fachtagung der Deutschen Gesellschaft für die Vereinten Nationen (DGVN) am 13. September 2010 in Berlin. Dabei wurde deutlich, dass das Bevölkerungswachstum wesentliche Erfolge bei den Millenniums-Entwicklungszielen wieder zunichte machen könnte.

    Fotostrecke zur Veranstaltung

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  • Weitere Nachrichten im Archiv

Bildung ist ein Menschenrecht

Artikel 26 der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte

1. Jeder hat das Recht auf Bildung. Die Bildung ist unentgeltlich, zum mindesten der Grundschulunterricht und die grundlegende Bildung. Der Grundschulunterricht ist obligatorisch. Fach- und Berufsschulunterricht müssen allgemein verfügbar gemacht werden, und der Hochschulunterricht muss allen gleichermaßen entsprechend ihren Fähigkeiten offenstehen.

2. Die Bildung muss auf die volle Entfaltung der menschlichen Persönlichkeit und auf die Stärkung der Achtung vor den Menschenrechten und Grundfreiheiten gerichtet sein. Sie muss zu Verständnis, Toleranz und Freundschaft zwischen allen Nationen und allen rassischen oder religiösen Gruppen beitragen und der Tätigkeit der Vereinten Nationen für die Wahrung des Friedens förderlich sein.

3. Die Eltern haben ein vorrangiges Recht, die Art der Bildung zu wählen, die ihren Kindern zuteil werden soll.

Bildung für nachhaltige Entwicklung

Mit dem Bildungskonzept "Bildung für nachhaltige Entwicklung" soll Kindern und Erwachsenen nachhaltiges Denken und Handeln vermittelt werden. Denn unser heutiges Handeln hat Einfluss auf das Leben unserer Kinder und auf das Leben von Menschen in anderen Weltregionen. Mit der UN-Dekade "Bildung für nachhaltige Entwicklung" (2005-2014) haben sich die Staaten der Vereinten Nationen verpflichtet, dieses Bildungskonzept zu stärken.

Foto: Deutsche Unesco-Kommission