Herausforderungen

Auf diesen Seiten sollen einige der größten Herausforderungen auf dem Weg zu einer nachhaltigen Entwicklung vorgestellt werden, die in den Zielen für nachhaltige Entwicklung postuliert wird. Dazu gehören neben der Umsetzung (oder Abwandlung?) des Konzeptes des Grünen Wirtschaft die weltweite Bevölkerungsentwicklung, globale Migrationsbewegungen, ebenso wie Bildung und die Gewährleistung gleicher Chancen und Rechte für alle Menschen - ganz gleich, welcher Bevölkerungsgruppe sie angehören.

Die drei Ebenen der Nachhaltigkeit

Unsere globalisierte Welt steht vor großen Herausforderungen. Wie vernetzt das Handeln unserer Welt bereits heute ist, hat nicht nur die Weltfinanz- und -wirtschaftskrise 2008 gezeigt, auch der Klimawandel oder die steigende Anzahl von Geflüchteten zeigen uns, dass unsere Handlungen weltweit Folgen haben. Um auf diese grenzüberschreitenden Herausforderungen adäquat reagieren zu können und eine weltweite Strategie für die Lösung komplexer Probleme zu finden, haben die UN-Mitgliedstaaten Ende September 2015 die Ziele für Nachhaltige Entwicklung (SDGs) verabschiedet. Die drei Ebenen von Nachhaltigkeit (die ökologische, ökonomische und soziale Ebene) wieder in Balance zu bringen, wird eine der größten Herausforderungen unserer Zeit sein und spiegelt sich im Zielkatalog der SDGs wider.

Solarenergiepanals in Liberia. Foto: Herwig

Ökonomische Nachhaltigkeit

Als Ziel einer transformierten Weltgesellschaft, wird oftmals die "Green Economy", also eine grüne Wirtschaft benannt. Dieser Begriff stand auch im Mittelpunkt der Rio+20 Verhandlungen im Jahr 2012 und findet sich im Abschlussdokument "The Future We Want", und auch in den SDGs wieder. Bei dem Konzept der Grünen Wirtschaft geht es unter anderem darum, Ökosystem-Dienstleistungen zu quantifizieren, also der Natur einen Preis zu geben, wie Pavan Sukhdev, einer der Vordenker der Green Economy, erklärt. Kritiker der Green Economy führen an, dass durch die Bepreisung von Natur nicht das Hauptproblem gelöst werden würde, nämlich die Entkoppelung von Wachstum und Ressourcenverbrauch. Die Fragen, die in der Debatte oft unbeantwortet bleiben sind, wer solche Preise wie und vor allem auf welcher Grundlage festsetzt. Einigkeit besteht allerdings zumindest rhetorisch darin, dass zahlreiche Änderungen im vorherrschenden Wirtschaftssystem notwendig sind, um die drei Säulen der Nachhaltigkeit in Einklang miteinander zu bringen.

Ökologische Nachhaltigkeit

Die negativen Konsequenzen des Klimawandels, wie die zahlreichen Menschen, die auf Grund von Klimaveränderungen ihre Lebengrundlagen aufgeben und fliehen müssen, aber auch Umweltkatastrophen können durch ein "weiter so" nicht abgewendet werden. Diese Erkenntnis spiegelt sich auch in der Universalität der Ziele für nachhaltige Entwicklung wieder. Die Aussage: Alle Länder der Welt müssen ihren Beitrag leisten, damit Armut besiegt und die ökologische Stabilität erhalten bleibt. Dazu gehören Maßnahmen, die die Waldgebiete und Wasserreserven dieses Planeten schützen und den weiteren Artenschwund verlangsamen und schließlich stoppen.

Auch die Entstehung neuer Konflikte kann durch eine Transformation hin zu ökologischer Nachhaltigkeit abgefedert und alte Konflikte entspannt werden. Das Problem der Piraterie in Somalia kann beispielsweise in Teilen auch durch die Überfischung durch andere Länder vor der Küste des ostafrikanischen Staates erklärt werden. Viele Menschen in Somalia wurden dadurch in soziale Nöte und somit in die Piraterie getrieben.

Landwirtschaft in Mali. Foto: Dormino

UNEP hebt mehrere Bereiche hervor, die dringend angegangen werden müssen, um dem Ziel einer nachhaltigen Entwicklung näher zu kommen. Das Umweltprogramm widmet sich in seiner operativen Arbeit jedem Bereich mit einem eigenen Schwerpunkt in der Planung und Umsetzung von Programmen und Projekten.

  • Die Folgen des Klimawandels müssen minimiert werden;
  • Konsum und Produktion müssen nachhaltiger gestaltet werden, und zwar in Industrie- und Entwicklungsländern gleichermaßen;
  • Internationale Regelungen müssen auf regionale, nationale und lokale Ebene übertragen und durchgeführt werden;
  • Natürliche Ressourcen müssen so verwendet werden, dass sowohl menschliche Bedürfnisse erfüllt werden, als auch ökologische Nachhaltigkeit garantiert ist.
Harmonie zwischen Christen, Muslimen und Indigenen in Form eines Friedensmonuments in Davao (Philippinen). Foto: Frédéric Loew

Soziale Gerechtigkeit

Der Bericht über die menschliche Entwicklung 2011 betont vier Komponenten eines neuen Bewusstseins für mehr weltweite Gerechtigkeit:

  • Es müssen Strategien gefunden werden, um Emissionen zu reduzieren und die Folgen des Klimawandels zu mindern. Dabei dürfen aber Gerechtigkeitskonzepte keine untergeordnete Rolle spielen;
  • Öffentlich-Private Partnerschaften müssen gezielt in umweltfreundliche Technologien investieren;
  • Um öffentliche Mittel gerecht zu verteilen benötigen wir einen internationalen Fond zur Förderung grüner Technologien;
  • Außerdem müssen Maßnahmen effektiv umgesetzt, überwacht, rückgemeldet und überprüft werden, um die Rechenschaftspflicht gegenüber den Menschen sicher zu stellen.

Die Ziele für nachhaltige Entwicklung, die ab 2016 den Referenzrahmen für die internationale Entwicklungspolitik bilden werden, haben viel Lob bekommen, da sie, im Gegensatz zum Vorgängerkatalog der MDGs, alle drei Ebenen des Nachhaltigkeitsprinzips beachten - Ökonomie, Ökologie und Soziales. Die gelungene Umsetzung der SDGs wird somit entscheidend dazu beitragen, ob in den nächsten Jahren und Jahrzehnten eine echte nachhaltige Entwicklung gelingen kann.