Internationale Zivilgesellschaft

Major Group and other Stakeholders

Major Groups

Das Prinzip der Major Groups existiert seit der Rio-Konferenz 1992. Sie wurden mit dem Verständnis gegründet, dass nachhaltiger Wandel nicht allein durch Regierungen erreicht werden könne, sondern dass die gesamte Bevölkerung an Entscheidungsfindungsprozessen beteiligt sein sollte. Die Major Groups repräsentieren Schlüsselsektoren der Zivilgesellschaft und helfen, das Engagement von Bürgern, sozialen Akteuren und der Wirtschaft zu kanalisieren und in die intergouvernementalen Prozesse der UN einfließen zu lassen, die sich mit nachhaltiger Entwicklung beschäftigen. Seit 1992 stellen die Major Groups die Plattform für Interaktionen mit den Vereinten Nationen und den Mitgliedstaaten. Die Major Groups haben die Verhandlungen um die Ziele für nachhaltige Entwicklung (z.B. in der Open Working Group) kritisch begleitet und hatten während den Verhandlungen auch Rederecht. Dadurch konnte nicht nur eine breite Partizipation, sondern darüber hinaus auch die Einbeziehung diverser Perspektiven sichergestellt werden. Die Major Groups werden wohl auch die Implementierung und die Überwachung der Ziele für nachhaltige Entwicklung (SGDs) begleiten. Neben der Major Group der Children & Youth existieren noch die Major Groups Women, Business and Industry, Farmers, Indigenous People, Local Authorities, Non-Governmental Organizations, Scientific & Technological Community und Workers & Trade Unions.

Logo des Sustainable Development Solution Networkn

Sustainable Development Solutions Network (SDSN)

Das deutsche Sustainable Development Solutions Network (Lösungsnetzwerk für nachhaltige Entwicklung - SDSN Germany) wurde im April 2014 gegründet. In dem Netzwerk engagieren sich Wissenschafts-, Wirtschafts-, und zivilgesellschaftliche Organisationen, um eine nachhaltige Entwicklung Deutschlands und deutsches Engagement für nachhaltige Entwicklung weltweit zu fördern. Die Mitgliedsorganisationen von SDSN Germany sind gleichzeitig Mitglieder im globalen SDSN, das im August 2012 unter der Schirmherrschaft von UN-Generalsekretär Ban Ki-moon und vom Ökonomen Jeffrey Sachs gegründet wurde.

Logo: Bill and Melinda Gates Foundation

Bill und Melinda Gates Stiftung

Die Bill und Melinda Gates Stiftung, die 1994 von Microsoft-Mitbegründer Bill Gates gegründet wurde, gilt als eine der größten Stiftungen der Welt. Mit einem Vermögen von ca. 41 Milliarden Dollar und jährlich geleisteten Zuwendungen von über 3 Milliarden Dollar, ist die Bill und Melinda Gates Stiftung die größte private Entwicklungshilfeorganisation der Welt. Die Stiftung hat das Ziel „die Lebensbedingungen für Menschen auf der ganzen Welt [zu] verbessern.“ Sie engagiert sich vor allem für die Gesundheit von Kindern und Müttern in den Entwicklungsländern, für Familienplanung, Impfkampagnen und die Entwicklung von Impfstoffen gegen Malaria und den HI-Virus. Die Bill und Melinda Gates Stiftung steht allerdings auch immer wieder in der Kritik. Nicht nur, weil im Jahr 2007 der Stiftung vorgeworfen wurde, dass sie ihr Geld in Unternehmen investiere, die überteuerte Aids-Medikamente verkaufen und die Umwelt stark verschmutzen würden. Die, Stand heute (Mai 2015), fehlenden Ethik- und Nachhaltigkeitsstandards für die Geldanlagen der Stiftung werden genauso kritisiert wie die Tatsache, dass durch das finanzielle Gewicht der Stiftung Privatpersonen zu entscheidenden Akteuren in der globalen Entwicklungszusammenarbeit geworden sind. Auch die zu starke Fokussierung auf einzelne Arbeitsbereiche stand während der Ebola-Krise in der Kritik, besonders in Bezug auf Zahlungen an die WHO. Die Stiftung leistet inzwischen mehr Zahlungen an die WHO als die USA. Da der Gesamthaushalt der WHO zu 80% aus freiwilligen, zweckgebundenen Zahlungen besteht, entscheiden die Geber der Mittel über deren Einsatz. 

 

 

Nationale Zivilgesellschaft

Logo Verband Entwicklungspolitik und humanitäre Hilfe (Venro)

Venro

Venro ist der Dachverband der entwicklungspolitischen und humanitären Nichtregierungsorganisationen in Deutschland. Venro wurde im Jahr 1995 gegründet und umfasst rund 120 Organisationen. Die NGOs kommen sowohl aus der privaten und kirchlichen Entwicklungszusammenarbeit, der Humanitären Hilfe als auch aus der entwicklungspolitischen Bildungs-, Öffentlichkeits- und Lobbyarbeit. Das zentrale Ziel von Venro ist die gerechte Gestaltung der Globalisierung, insbesondere die Überwindung der weltweiten Armut. Der Verband lobbyiert für die Verwirklichung der Menschenrechte und die Bewahrung der natürlichen Lebensgrundlagen. Dabei setzt Venro sich für die Interessen der Entwicklungsländer und armer Bevölkerungsgruppen ein und versucht das öffentliche Bewusstsein für entwicklungspolitische Themen zu stärken.

Logo Forum Umwelt und Entwicklung

Forum Umwelt und Entwicklung

Das Forum Umwelt & Entwicklung wurde 1992 nach der UN-Konferenz für Umwelt und Entwicklung gegründet und koordiniert die Aktivitäten deutscher Nichtregierungsorganisationen in internationalen Politikprozessen zu nachhaltiger Entwicklung. Das Forum unterhält Kontakte zu Organisationen aus Entwicklungsländern und stimmt sich mit internationalen Verbänden für gemeinsame Aktionen ab. Darüber hinaus begleitet es auf UN-Ebene die nach der Konferenz von Rio weiterlaufenden internationalen Verhandlungen zu Umwelt und Entwicklung. Eine der Hauptaufgaben des Forums ist es, der deutschen Öffentlichkeit den Zusammenhang zwischen Umwelt und Entwicklung zu verdeutlichen und für eine Änderung der verschwenderischen Wirtschafts- und Lebensweise in den industrialisierten Ländern einzutreten, die die natürlichen Lebensgrundlagen zerstören.

Logo Forum Menschenrechte

Forum Menschenrechte

Das Forum Menschenrechte ist ein Netzwerk von über 50 deutschen Nichtregierungsorganisationen (NGOs), die sich für einen verbesserten, umfassenden Menschenrechtsschutz einsetzen. Sowohl weltweit, als auch in einzelnen Weltregionen, Ländern und in der Bundesrepublik Deutschland. Das Forum Menschenrechte wurde 1994 im Anschluss an die Wiener Weltmenschenrechtskonferenz von 1993 gegründet. Das Forum setzt sich zum Ziel, die Menschenrechtspolitik der Bundesregierung und des Deutschen Bundestags auf nationaler und internationaler Ebene kritisch zu begleiten und gemeinsame Vorhaben zur Verbesserung des Menschenrechtsschutzes weltweit durchzuführen. Darüber hinaus ist es sein Ziel, ein größeres Bewusstsein zu Fragen der Menschenrechte in der deutschen Öffentlichkeit zu erreichen, dabei auch auf mögliche Menschenrechtsverletzungen in Deutschland hinzuweisen.