Menschliche Entwicklung

Menschliche Entwicklung ist die Erweiterung der Freiheiten der Menschen, ihr Leben so zu leben, wie sie es möchten. Es geht darum, Menschen mehr (Wahl-)Möglichkeiten zu eröffnen, so dass sie ihre produktiven und kreativen Kräfte zur Verbesserung ihrer Lebenschancen entfalten können. Dieser Ansatz hat sich als wirkungsvoll erwiesen bei der Bekämpfung von Armut und Entbehrungen - aber auch, um so vielfältige Themen wie Gleichstellung der Geschlechter, menschliche Sicherheit oder Klimawandel neu zu überdenken.

Im Bericht über die menschliche Entwicklung (HDR) 2010 wurde die Definition menschlicher Entwicklung ergänzt: Danach erweitert menschliche Entwicklung die Freiheiten der Menschen, ein langes, gesundes und kreatives Leben auf nachhaltiger Grundlage zu führen. Menschliche Entwicklung stärkt die Menschen in ihrem aktiven Engagement, gerechte Entwicklungsprozesse auf unserem gemeinsamen Planeten zu gestalten.

Der Index der menschlichen Entwicklung (HDI)

Trotz guter Fortschritte in vielen Bereichen bestehen weiterhin große, nicht akzeptable Ungleichheiten beim Wohlergehen der Menschen zwischen reichen und armen Ländern. Der Index der menschlichen Entwicklung (Human Development Index – HDI), der im Bericht über die menschliche Entwicklung des Entwicklungsprogramms der Vereinten Nationen (UNDP) veröffentlicht wird, misst das menschliche Wohlergehen. Er kombiniert Indikatoren für die Lebenserwartung, die Alphabetisierung, die Einschulungsquote und das Bruttoinlandsprodukt (BIP) pro Kopf.

Die HDI-Rankings werden jedes Jahr neu berechnet, unter Heranziehung der aktuellsten international vergleichbaren Daten für Gesundheit, Bildung und Einkommen. 2010 führte der Bericht über die menschliche Entwicklung drei neue Indizes ein: den Ungleichheit einbeziehenden HDI (IHDI), den Index der geschlechtsspezifischen Ungleichheit (GII) und den Index der mehrdimensionalen Armut (MPI). Sie ergänzen den ursprünglichen Index der menschlichen Entwicklung (HDI), der eine aus nationalen Durchschnittszahlen zusammengesetzte Messgröße ist und daher innerstaatliche Ungleichheiten nicht zum Ausdruck bringt.

 

Der Index der mehrdimensionalen Armut (MPI)

1,7 Milliarden Menschen von mehrdimensionaler Armut betroffen

Nach Berechnungen des aktuellen Berichts über die menschliche Entwicklung (HDR) lebten zwischen 2000 und 2010 rund 1,7 Milliarden Menschen in 109 Ländern in mehrdimensionaler Armut – fast ein Drittel der Gesamtbevölkerungzahl dieser Länder, die etwa 5,5 Milliarden beträgt. Es sind sehr viel mehr als die geschätzten 1,3 Milliarden Menschen, die weltweit mit höchstens 1,25 US-Dollar pro Tag auskommen müssen - dem Maßstab für die Millenniums-Entwicklungsziele.

Mit seinem Index der mehrdimensionalen Armut (Multidimensional Poverty Index – MPI) stellt der Bericht über die menschliche Entwicklung Defizite in den Bereichen Gesundheit, Bildung sowie Lebensqualität dar. Er kombiniert die Zahl der von Deprivation betroffenen Menschen mit der Deprivationsintensität. Der MPI untersucht dazu Faktoren auf Haushaltsebene (z.B. Zugang zu sauberem Wasser, Kochbrennstoffen und Gesundheitsdiensten, Ausstattung mit grundlegenden Haushaltsgütern sowie Baustandards), die zusammen ein umfassenderes Bild von Armut vermitteln als die bloße Messung des Einkommens.

Die anhand des MPI 2011 ermittelten zehn ärmsten Länder liegen alle in Afrika südlich der Sahara. Dem Bericht 2011 zufolge ist in Niger der Anteil der von mehrdimensionaler Armut betroffenen Bevölkerung mit 92 Prozent am höchsten, gefolgt von Äthiopien und Mali mit 89 bzw. 87 Prozent. Betrachtet man die absoluten Zahlen, liegt jedoch Südasien an der Spitze: Indien, Pakistan und Bangladesch gehören zu den Ländern mit der größten Anzahl mehrdimensional Armer.

Der Index der menschlichen Entwicklung (HDI) 2012

(lt. Bericht über die menschliche Entwicklung 2013)

"Top 10" beim HDI 2012

1 Norwegen
2 Australien
3 Vereinigte Staaten
4 Niederlande
5 Deutschland
6 Neuseeland
7 Irland
8 Schweden
9 Schweiz
10 Japan

"Bottom 10" beim HDI 2012

178 Burundi
178 Guinea
180 Zentralafrikanische Republik
181 Eritrea
182 Mali
183 Burkina Faso
184 Tschad
185 Mosambik
186 Demokratische Republik Kongo
186 Niger